Ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Pfarre Söll:

Bereits im 8. Jahrhundert soll laut DDr. Matthias Mayer in Söll eine von bairischem Adel gegründete Eigenkirche bestanden haben. Davon gibt es aber keine schriftlichen Nachweise. Die erste urkundliche Erwähnung der Pfarre Söll stammt vom 28. Januar 1216. In einer Urkunde von Innozenz III. wird erstmals eine "parochia sel" genannt.

Kurz darauf wird In der Stiftungsurkunde des Bistums Chiemsee vom 30.12.1217 eine in Söll bereits bestehende Pfarrei erwähnt. Es heißt dort, sie "erstrecke sich durch die Täler Pillersee, Brixental und Ellmau bis zu den Grenzen der Pfarrei Söll". Dies weist darauf hin, dass man für jene Zeit nur die Kirche in Söll - im Hauptorte des Tales - als eigentliche Pfarrkirche ansprechen kann. Sie gehört also zu den sogenannten alten Ur- oder Mutterpfarreien. Ihre Entfernung betrug von den nächstgelegenen Pfarreien St. Johann, Brixen im Tale und Ebbs jeweils ca. 18 km. Sogar die weit entfernte Niederau gehörte bis zur dortigen Pfarrgründung im Jahr 1891 zur Pfarrei Söll. Dies kann sich DDr. Mayer nur so erklären, dass diese Verbindung aus der Periode der Besiedlung und Christianisierung stammt.

Die örtliche Lage der Kirche und der früheren Pfarrhofgebäude auf dem kleinen Bühel in der Mitte des Dorfes weisen darauf hin, dass Söll siedlungsmäßig ein "Kirchweiler" ist und aus dem einstigen großen Maierhofe hervorging, zu dem auch das Widumsgut gehörte.

Als frühest bekannter Pfarrer im Söllande scheint im Jahr 1287 "Herr Heinrich von Habichowe" auf, auf den auch das Wappen der Gemeinde Söll (ein Habicht) zurückgeht.
Seit 1900 wirkten folgende Pfarrer in Söll:

1894 - 1914 Haberl Bartholomäus
1914 - 1935 Juffinger Rafael
1935 - 1960 Speth Josef
1960 - 1965 Schitter Rupert
1965 - 1992 Schiestl Friedrich
1992 - 1993 Ellinger Ernst
1993 - 2014 Goßner Josef
ab 2014        Zasada Adam

Die Pfarre Söll heute: 
Seit 01.09.2014 leitet Adam Zasada - vorläufig als Pfarrprovisor - die Pfarre Söll, zu der laut letzter Statistik 2.902 Katholiken gehören.

Er ist auch für die Nachbarpfarre Scheffau am Wilden Kaiser zuständig, die er zusammen mit Pfarramtsleiterin Claudia Turner betreut. So entsteht in neuer Form wieder eine Zusammenarbeit der Pfarren des Söllandl's, die ja Tradition hat, wie die heute noch bestehende gemeinsame Wallfahrt alle 2 Jahre nach Maria Tuntenhausen beweist, die vor über 200 Jahren gelobt wurde.

Die Geschichte des Kirchenbaues in Söll ist unter dem Punkt "Kirchen und Kapellen" nachzulesen.